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Zöliakieverträglicher Weizen?

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Zöliakieverträglicher_Weizen

Die Suche nach einem glutenfreien Weizen hat Forscherinnen und Forscher aus Spanien und den Niederlanden auf einen innovativen Weg geführt: die Anwendung von Gentechnik zur Schaffung eines gluten-armen, zöliakie-sicheren Weizens. Dieser interessante Ansatz, der in einem aktuellen Bericht der gemeinsamen Forschungsstelle der Europäischen Kommission (2023) vorgestellt wird, könnte eine Bereicherung für das Leben von Menschen mit Zöliakie, Weizenallergie und Nicht-Zöliakie-Weizensensitivität sein. 

Glutenproteine erfüllen verschiedene Funktionen beim Backen: Einige verleihen Teigen Elastizität, während andere für Dehnbarkeit sorgen. Ein kleiner Teil dieser Proteine löst jedoch bei Zöliakiebetroffenen eine Autoimmunreaktion im Darm aus, die zu schweren Beschwerden und Schäden der Darmschleimhaut führt. 

Die Lösung, die von den Forschungsgruppen aus Spanien und den Niederlanden angestrebt wird, basiert auf der gezielten Gen-Editierung von Weizensorten. Hierbei werden spezifische Gene inaktiviert, die für die Produktion der schädlichen Glutenproteine verantwortlich sind. Das Ergebnis soll eine Weizensorte sein, die zwar nicht glutenfrei ist, aber frei von den Proteinen, die Zöliakiebetroffenen schaden. Gleichzeitig sollen die Glutenproteine, die für die Backeigenschaften des Weizens wichtig sind, erhalten bleiben. 

Die bisherigen Fortschritte sind vielversprechend. Beide Arbeitsgruppen haben bereits gentechnisch veränderten Weizen entwickelt und nachgewiesen, dass die schädlichen Glutenproteine nicht mehr produziert werden. Einige der Sorten wurden bereits im Gewächshaus getestet. Trotz dieser ermutigenden Ergebnisse stehen die Forschenden vor zahlreichen Hürden auf dem Weg zur Markteinführung. 

Um die Sicherheit und Verträglichkeit der neuen Weizensorten zu gewährleisten, sind groß angelegte Freiland-Anbauversuche sowie klinische Studien mit Zöliakiebetroffenen erforderlich. Bei der Zulassung der neuen Sorten durch die zuständigen Behörden innerhalb der EU und den USA handelt es sich ebenfalls um einen komplexen und zeitaufwändigen Prozess. 

Ein weiterer Knackpunkt ist die Definition von "glutenfrei". Aktuelle Analysemethoden beziehen sich auf einen Grenzwert von 20 mg Gluten pro kg Produkt. Die neuen Weizensorten könnten diesen Wert überschreiten, da die Glutenproteine durch gezielte Gen-Editierung für Zöliakiebetroffene unbedenklich gemacht weurden. Daher ist ein neues Testverfahren notwendig, das die Abwesenheit der schädlichen Proteine bestätigen kann. 

Die Bezeichnung dieser Produkte stellt ebenfalls eine Herausforderung dar. Die übliche Kennzeichnung "glutenfrei" würde aufgrund des Gehalts an unschädlichem Gluten nicht passen. Eine transparente Bezeichnung, die für Zöliakiebetroffene verständlich ist, muss entwickelt werden. 

Die Frage, ob und wann Produkte aus diesem neuen Weizen in den Regalen von Bäckereien und Supermärkten zu finden sein werden, bleibt vorerst unbeantwortet. Die Forschenden stehen noch vor technischen und bürokratischen Hürden, die es zu überwinden gilt. 

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