Therapie
Glutenfreie Ernährung
Die lebenslange glutenfreie Ernährung stellt derzeit die einzig mögliche Therapie der Zöliakie dar. Die Ziele der Diät sind der Rückgang sämtlicher durch die Zöliakie verusachten Symptome und eine Vermeidung von langfristigen Komplikationen. Dazu gehört die Vermeidung aller Lebensmittel, die Weizen, Roggen, Gerste, Hafer und verwandte Getreidesorten wie Dinkel, Emmer, Grünkern und Kamut enthalten. Da Gluten in sehr vielen prozessierten Lebensmitteln auf Grund seiner günstigen Eigenschaften enthalten ist, müssen die Betroffenen nicht nur auf die ersichtlichen Getreideprodukte wie Brot, Kuchen und Nudeln achten, sondern vor allem auf die versteckten Glutenbeimengungen.
Durch die neue Lebensmittelkennzeichnungsverordnung muss Gluten als Inhaltsstoff stets mit angegeben werden. So kann man bei abgepackten Lebensmitteln erkennen, welche Weizen bzw. glutenhaltige Bestandteile enthalten. Der Hinweis “kann Spuren enthalten von…” bedeutet, dass es im Herstellungsprozess zu Kontaminationen kommen kann, aber in der eigentlichen Rezeptur kein Gluten enthalten ist. Hier kann die Lebensmittelaufstellung der DZG helfen, diese Nahrungsmittel als glutenfrei zu erkennen. Für nicht verpackte Waren gilt diese Verordnung nicht, so dass hier Kontaminationen nicht direkt ersichtlich sind.
Auch in einigen Arzneimitteln kann Weizenstärke als Trägersubstanz eingesetzt sein. Daher ist mit der Aufstellung der DZG für Medikamente oder mit dem Apotheker abzuklären, ob dieser Fall vorliegt.
Auf Grund der Komplexität der glutenfreien Ernährung ist es zu empfehlen, dass alle Betroffenen zu Beginn eine Beratung durch eine Ernährungsfachkraft erhalten. Die Mitgliedschaft in der DZG liefert ihnen zusätzliches Informationsmaterial, das die Umsetzung der Diät im Alltag (z.B. durch Einsatz der Lebensmittelaufstellung) erleichtert und sicher macht. Begleitend können Beratungen durch geschulte Zöliakieberater und die Kontaktpersonen von Mitgliedern in Anspruch genommen werden.
Kommen keine weiteren Einschränkungen in der Ernährung durch zusätzliche Erkrankungen (z.B. Unverträglichkeiten, Nahrungsmittelallergien) oder Ernährungsformen (z.B. vegane Ernährung) hinzu, ist die glutenfreie Ernährung in der Lage, alle Nährstoffe zu liefern, die benötigt werden. Einzig die Ballaststoffe sind in den glutenfreien Getreiden von Natur aus deutlich weniger enthalten als in Weizen oder Roggen. Daher neigen einige Betroffene zur Obstipation, die dann entsprechend behandelt werden muss. In der Ernährungsberatung sollte auf diesen Aspekt eingegangen werden, um hier direkt vorbeugend zu beraten.
Viele Zöliakie-Betroffene neigen dazu, sich eher protein- und fettreich zu ernähren. Dies sollte in der Beratung berücksichtigt werden und entsprechende Vorschläge für eine kohlenhydratreichere Ernährung beinhalten.
Während auch die Vitamine aus dem B-Komplex gelegentlich als vermindert angegeben werden, kann dies für eine ausgewogene Ernährung nicht pauschal behauptet werden. Gerade B-Vitamine kommen in zahlreichen anderen Lebensmitteln (Obst, Gemüse, Milchprodukte, Fleisch…) vor, Defizite sind daher kaum zu erwarten. Daher müssen nicht bei allen Zöliakie-Betroffenen dauerhaft Supplemente verabreicht werden.